Während die Welt sich immer heilloser in einem hyperkomplexen Konstrukt wirtschaftlicher Zwänge und Abhängigkeiten verstrickt, stehen die Bedürfnisse und Sehnsüchte der Menschen dazu in immer massiverem Widerspruch. Die Menschen fühlen sich verloren und überfordert, und das Leben erscheint oftmals sinnleer. Durch den technologischen und sozialen Fortschritt unterliegen auch unsere Werte einem ständigen Wandel. Doch wie viel Wert besitzt etwas, dass sich ständig verändert? Der Druck der Gesellschaft wächst immer mehr. Man muss erfolgreich sein, sich einfügen, etwas beisteuern und funktionieren. Doch ist das was andere von uns erwarten auch das was wir wollen? Werden unsere Ansichten nicht ständig von Außen beeinflusst und gesteuert? Wie kann man sich da selbst finden? Wer kann helfen, wenn man die Orientierung und die Sicht auf das Wesentliche verloren hat?
Während die Gegenwart ein Close-Up ist - ist die Vergangenheit eine Totale. Der Standpunkt (oder auch Zeitpunkt) ist entscheidend in welchen Größenverhältnissen wir etwas sehen und welche Bedeutung wir den Dingen beimessen. Deswegen hat man früher die „Alten und Weisen“ befragt, wenn es um die ganz wichtigen und bedeutenden Dinge im Leben ging. Durch ihre Lebenserfahrung und den Blick von Außen haben die "Alten" einen objektiveren Blick. Tatsächlich haben US-Forscher bei einer Studie zum Thema "Altersweisheit" diese nachgewiesen. Menschen über 60 Jahre zeigten im Vergleich mit ihren jüngeren Probanden deutlich mehr Eigenschaften, die in der psychologischen Literatur mit Weisheit assoziiert werden.
Im Projekt "2012 JAHRE" (Arbeitstitel) werden Menschen ab 60 Jahren (die zusammengenommen 2012 Jahre alt sind) portraitiert und zu aktuellen Fragen des gesellschaftlichen Lebens interviewt. Durch den Perspektivwechsel können die Leser eigene Antworten auf ihre ganz persönlichen Fragen finden.
"2012 JAHRE" (AT) | Entwicklung und Realisation: Patryk Witt