In einem von Tom Tykwer (dt. Filmregisseur) gehaltenen Vortrag geht es zwar um Film, doch ich denke das trifft auch auf die digitale Gegenwartsfotografie zu: "Und so gibt es immer wieder, und vielleicht auch immer mehr Filme, die nur noch ökonomischen Regeln folgen, und denen es zunehmend an Identität mangelt. Wer Filme mit dem Anspruch macht, viel Geld zu verdienen, der macht eben Filme, die (wenn’s klappt) in erster Linie viel Geld verdienen, und nebenbei vielleicht, aber eher zufällig auch ein Film sind. Der Film ist das Abfallprodukt, das Ziel der Gewinn. Man kann aber auch einen Film mit dem Anspruch machen, einen Film zu machen, der zunächst nur genau das sein will, ein Film, und der nebenbei vielleicht auch Geld verdient. Das Ziel ist der Film. Das Abfallprodukt ist das Geld, was er kostet. Der Gewinn ist die Inspiration."
Ich arbeite als Peoplefotograf in den Bereichen Mode-, Portrait- und Standfotografie. Die Inspiration und der Mittelpunkt meiner Fotos sind Menschen. Das Ziel ist das Foto. Der Gewinn ist der Moment in dem das Foto entsteht.
Mein Verständnis von einem guten Foto ist nicht seine technische Perfektion oder die makellose Glattretusche von scheinbar leblosen und unwirklich-schönen Körpern. Ich portraitiere echte Menschen die leben und die den Fotos einen persönlichen Charakter geben. Ich bin ein digital arbeitender und analog denkender Fotograf. Ein Foto muss am Set entstehen und nicht am Computer (für mich der entscheidende Unterschied zwischen Fotografen und Fotodesignern), es sei denn es gehört ausdrücklich zum Konzept der Fotoproduktion und folgt einer bestimmten Idee.
„Man muss innehalten, um Fotografie einzuatmen. Das ist nicht das Parfüm der Zeit. In der Werbung ist die digitale Nachbearbeitung mittlerweile fast wichtiger als das Bild. Dieses driften in eine immer künstlichere Welt sehe ich kritisch. So sehen unsere Magazine aus, und genau so sehen auch unsere Produkte aus.“ (Zitat des deutschen Mode- und Peoplefotografen Jim Rakete)